Geschichte

Speckstein ein beinahe verschwundenes Handwerk

Die Bevölkerung eines Alpentales musste in der Vergangenheit notwendigerweise alles Mögliche aus der eigenen Umgebung beziehen. Man kannte die Eigenarten und Charakteristiken des Tier- Pflanzen und Mineralienreiches.
Die Felsen und Steine, dominierendes Element in den südalpinen Tälern, lieferten das Baumaterial für den täglichen Gebrauch, wie z.B. für Terrassen-, Wege- und Gebäudebau.
Zwischen den verschiedensten gebräuchlichen Gesteinen hat der Speckstein seit jeher ein besonderes Interesse hervorgerufen. Man konnte aus ihm mit einer gewissen Leichtigkeit Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch herstellen. Vor allem durch seine optimale Wärmespeicherung fand der Speckstein grosse Verwendung, als Ofen, als Kochtopf und als Trinkgefäss.chten Absatzinhalt ein...
 
 
 
 
Auch zur Verzierung von Gebäuden und Brunnen, sowie im täglichen Gebrauch als Vase, Öllampe, Taufbecken heisser Stein und Siegelstein wurde er gebraucht
Von dieser typischen und verwurzelten handwerklichen Tradition sind heute nur noch Spuren übrig, wie z.B. Zeichen von Materialabbau in den Tälern oder alte Öfen und Kochtöpfe, die über Generationen weitergegeben wurden und die in den Häusern wie Reliquien überlebt haben.
Der Speckstein, auch Seifenstein, Lavez oder Giltstein, im Tessin pietra ollare im Dialekt güia genannt, ist ein Aggregat aus diversen Mineralien, vor allem aus Talk, Kolorit und Magnesium. Die Zusammensetzung und ebenso die Farbe des Specksteins variieren von einem Fundort zum Anderen.
 
 
Die ältesten archäologischen Funde von Specksteingegenständen in der Südschweiz gehen ins 1. Jahrhundert nach Christus zurück. Schon im 4. Jahr-hundert finden sich künstlerisch verfeinerte Gebrauchsgegenstände und auch schon gedrehte Töpfe.

Heutzutage werden im Tessin keine Kochtöpfe mehr hergestellt, der letzte Kochtopfdreher hat um 1945 im Maggiatal sein Handwerk aufgegeben.
Seit einigen Jahren nun erlebt der Speckstein eine eigentliche Renaissance.

Vor allem als Ofenstein und Grillplatte aber auch als geeigneter Stein für allerhand Kunstgegenstände wird er wieder häufig gebraucht. Leider ist es sehr schwierig an genügend einheimischen Speckstein zu kommen, sodass die Nachfrage heutzutage mit Speckstein aus anderen Ländern, vor allem aus Finnland, Brasilien, China und Indien gedeckt wird.


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